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Wenn das einzige, was am Frühstückstisch lächelt, Dein Müsli ist…

Uta 1

Die kleinen Katastrophen des Alltags, die Dir den Schlaf manchmal rauben können…

Bei mir gibt es diese Tage auch. Wenn zum Beispiel Kilometer mich von der Familie oder vom Partner trennen, dann schlafe ich vom Sonntag auf den Montag schon mal schlechter, weil ich nicht so schnell umschalten kann. Vielleicht auch eine Erscheinung des Älterwerdens? Ich vermisse einfach die Zweisamkeit. Hinzu kommt die Aussicht darauf, dass am Montag meistens der ganz normale Wahnsinn wieder auf uns wartet. Du kennst das: Die Termine drücken, der Schreibtisch ist voll und die privaten Verpflichtungen rufen. Auch wenn Du nicht mehr arbeiten solltest, Du weißt ja, dass genau dieser Altersgruppe – den Rentnern und Pensionären – chronischer Zeitmangel nachgesagt wird?! Hier bestehen im Übrigen von meiner Seite große Zweifel, aber dazu vielleicht in einem anderen Beitrag mehr. Der Tag ist immer wieder voll bis oben hin. Vor einigen Nächten habe ich schlecht geschlafen, weil meine kleine Havaneserhündin sich Grasmilben eingefangen hatte. Ständiges Pfotenlecken oder Kratzen raubte mir den Schlaf. Zwischendrin war ich selbst schon fest davon überzeugt, selbst ein Opfer dieser kleinen Bewohner zu sein. Der hektische Juckreiz war auch bei mir schon scheinbar vorhanden. In der Folge, also nachts so gegen 3.00 Uhr, standen Fiby und ich im Bad vor dem Waschbecken und machten ein Wellnessbad in Kernseifenlauge und spülten die Pfötchen mit Apfelessiglösung. Der Hund schaute mich mit verträumten und liebevollen Augen an, als die Linderung des Juckreizes langsam sich einstellte. Also mit glücklichem Hund wieder zurück ins Bett und dann nicht gleich wieder eingeschlafen. Im Bett hin und her gewälzt und dann führten meine verklebten Faszien einen dauerhaften Dialog mit mir. Die kleine Anmerkung für die glücklichen Menschen, die nicht wissen, dass sie so etwas haben – wir reden hier von Weichteil-Komponenten des Bindegewebes, die sich jedoch verdrehen, verhärten oder verfilzen können und dann schmerzhaft sind. Nur so unter uns, bis vor drei Jahren hätte ich das auch vielleicht für eine asiatische Sportart gehalten (Lachen!). Das auch noch. Ob nun jetzt die Vierbeiner oder früher die Kinder, wir haben uns so manche Nacht um die Ohren geschlagen. Wir sind morgens wie immer aufgestanden und haben unseren Plan durchgezogen. Koste es, was es wolle.

Und doch war heute etwas anders. Mit aufgestützten Armen saß ich erst mal vor einerTasse Kaffee, der Magen knurrte und ich war einfach nur noch müde. Mit Schmerzen in den Armen und der Müdigkeit brachte ich es in diesem Moment sicherlich auf ein Körpergefühl von mindestens 120 Jahren. Aber dann spürte ich sie, die Komik der Situation. Klar war, es war weder die erste, noch die letzte Nacht meines Lebens, die nicht mit exzellentem Tiefschlaf belohnt wurde oder würde. Bei der Vorstellung, welches Bild meine geplagte Hündin und ich abgegeben haben, musste ich jetzt fast schallend lachen. „In unserem Alter“ (Fiby ist auch immerhin schon bald 9 Jahre alt) steckt man durchwachte Nächte nicht mehr so weg. Egal, was die Gründe dafür sind. Eine durchgetanzte Walzernacht, wäre mir sicher lieber gewesen. Da war er wieder. Der Humor, der es mir möglich machte, selbst über mich zu lachen. Es war kein Drama. Dem Hund ging es gut, ich habe wahrscheinlich ein paar Augenringe mehr unter den Augen, aber ich fühlte mich auf einmal richtig zufrieden. Ich war für das Lebewesen da, was mir sehr viel bedeutet. Ich habe geholfen, genau so, wie wir es in der Vergangenheit immer gemacht haben, wenn die Familie uns brauchte, eine Freundin die halbe Nacht am Telefon ihren Liebeskummer auskippte…wie auch immer. Ich sagte mir selbst, dass es eben nicht dramatisch war, ich diese Nacht sicher überleben werde. Ganz sicher! Wir waren zwar müde, aber gesund! Es gibt im Leben manchmal wirklich Dramen, die schlaflose Nächte bereiten, für die man noch viel mehr einsetzen würde, um das Unheil abzuwenden. Der eigentliche Schmerz war das Gefühl, nicht immer und über alles die Kontrolle haben zu können. Aber muss ich das überhaupt? Die Lösung war in meinen Fall, einfach mal die Perspektive zu wechseln, so sagte ich mir. Vielleicht ist das Drama nach dem 1. Akt doch eher eine Komödie, über deren Pointen man wieder lächeln kann.

Und als ich dann das Müsli in die Schale gab, da ging dann der Schalk richtig mit mir durch. Das Ergebnis war das Foto. Ich fühlte mich besser, hatte mein Lächeln wieder gefunden. Und ich wusste, was sich verändert hatte in meiner Einstellung. Früher wäre ich jeden Termin auf der Agenda hinterher gehechelt. Immer wieder versucht, mich möglichst selbst zu überholen. Verlorene Zeit musste ja immer aufgeholt werden. Falsch! Ich habe keine Zeit verloren. Ich habe Zeit für mich gewonnen, denn heute wechsele ich die Prioritäten. Ich darf müde sein, ich darf auch weniger perfekt sein, ich genieße das Hundeglück…und streiche großzügig auf der Liste der To Do´s.

Der Tag war ruhiger, entspannter und glücklich. Der Vierbeiner verbrachte den Tag überwiegend im Körbchen. Ich weiß, die Wissenschaft sagt, man kann keinen Schlaf nachholen…aber ich bin dann dem Ruf nach der Bettdecke doch etwas eher gefolgt. Weniger Fernsehen, ein gutes Buch und etwas eher und sehr gut bis in den nächsten Morgen geschlafen.

Vielleicht schaffst Du es auch, ab und zu die Inszenierung zu ändern und das Drehbuch umzuschreiben. Ich bin überzeugt, Du schreibst Dir selbst die besten Kritiken, wenn Du es versuchst und es Dir gelingen wird, dem vermeintlichen Drama keinen Raum auf der Bühne zu geben.

  1. Benny Benny

    Hallo Mama,

    es hat sich also nichts geändert, egal ob wir nun schon länger aus dem Haus sind oder nicht.
    Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt und du hast nichts falsch gemacht. Von daher nimm dir mal ein bisschen Zeit für dich.

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